Aktuelles
Erster besonderer Ausschuss
zur Behandlung des Bildungsvolksbegehrens:
Erfreulicherweise widmete sich dieser
erste Ausschuss dem Thema Elementarpädagogik.
Als Expertinnen aus unseren Kreisen wurden Raphaela Keller von ÖDKH und Frau
Heide Nalis von der Pattform Educare eingeladen.
Frau Manuela Macedonia vom
Max-Planck-Institut argumentierte als Vertreterin der Wissenschaft aus der Sich
der Neuro- und Kognitionswissenschaft.
In der Presse findet sich
ein interessanter Artikel von Frau Macedonia unter folgendem Link:
http://diepresse.com/home/bildung/schule/kindergarten/736504/Kindergaertnerinnen-sind-gierig-nach-Informationen?_vl_backlink=/home/index.do
Das Statement von Raphaela Keller:
PARLAMENT 1.3.2012 Ausschuss
„Volksbegehren Bildungsinitiative“ Raphaela Keller
Sehr geehrte Damen
und Herren!
Sehr geehrte Frau
Bundesministerin!
Die Forderungen des
„Volksbegehren Bildungsinitiative“ beinhalten das Gesamtpaket des
BILDUNGSbereiches ab O Jahren – und zwar betreffend Bildungs-Qualität für
Kinder, Arbeitsbedingungen für PädagogInnen, politische Zuständigkeit und
familienergänzenden Auftrag.
Der ÖDKH –
Österreichischer Dachverband der Berufsgruppen der Kindergarten- und
HortpädagogInnen – engagiert sich seit Jahrzehnten überparteilich und
ehrenamtlich für Reformen im elementaren und außerschulischen Bildungsbereich –
denn die Horte brauchen auch ihren Platz - und konnte deshalb das „Volksbegehren
Bildungsinitiative“ so aktiv mittragen.
BILDUNG ist Bestandteil des
ganzen Lebens – beginnt also folgerichtig (mindestens)
bei der Geburt. Zur Lebens-Bildung gehören zu den kognitiven Bereichen natürlich
auch Sozialkompetenz, Selbstkompetenz, emotionale Kompetenz und Sachkompetenz.
Elementare Bildungseinrichtungen,
wie der Krippe, Krabbelstube, Kindergruppe und Kindergarten, sind als
Bildungseinrichtungen immer stärker anerkannt. Als Bildungseinrichtung, die ein
bedeutsamer Part im Prozess der Lebensbildung darstellt. Lebensbildung ist in
jedem Alter gefragt.
Elementare
Bildungseinrichtungen sind – ebenso wie Schule und Universität – ein Teil der
Bildungslandschaft Österreichs – und haben nicht den alleinigen Zweck, Kinder
ausschließlich auf die Schule vorzubereiten! Daher ist für diesen Teil des
Bildungswesens die Bezeichnung „vorschulische“ Einrichtungen inkorrekt. Die
„Vorschule“ ist Teil des derzeitigen Schulsystems und hat andere Grundlagen als
„der Kindergarten“.
Die Bezeichnung
„Betreuungseinrichtung“ ist ebenso nicht dem Bildungsauftrag des Kindergartens
entsprechend.
In der Pädagogik wird prinzipiell
jede Betreuungssituation als Bildungssituation angesehen – damit das auch
langläufig so ankommt und das Bewusstsein um frühe Bildung sich durchsetzt, wird
weitgehend nur mehr von „Bildungseinrichtungen“ gesprochen.
Um bestmögliche
Bildungsbedingungen für Österreichs jüngste Bürgerinnen und Bürger schaffen zu
können, erwarten/fordern wir (wieder einmal) Bundeskompetenz für den gesamten
Bildungsbereich – also auch für die elementaren Bildungseinrichtungen, sowie die
„außerschulischen“ Bildungseinrichtungen wie Horte. Am besten in einem
Ministerium für Bildung.
Die gesetzliche Regelung
hat in einem „Bundesrahmengesetz zur Qualitätssicherung in elementaren und
außerschulischen Bildungseinrichtungen“ zu erfolgen – in dem die besten
Bedingungen als Basis festgeschrieben sind.
9 Landesgesetze (in
manchen Bundesländern noch dazu mit unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen
für Krippe und Kindergarten) mit ca. 20 verschiedenen Arbeits- und
Gehaltssituationen für PädagogInnen und assistierendes Personal erschweren bis
verhindern die Umsetzung von bisher bundespolitisch gesetzten Qualitätsmaßnahmen
– wie das verpflichtende Kindergartenjahr, 15a-Verträge und der 2009 erstellte
bundesweite BildungsRahmenPlan. Diese Maßnahmen können ihre Wirkung nicht
entsprechend erzielen, da die Rahmenbedingungen und Ressourcen in so
unterschiedlichen Varianten geboten werden.
Diese Rahmenbedingungen
sind noch dazu weit abseits der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den
notwendigen Bildungsbedingungen für unsere Kinder.
Denn jedes Kind hat ein
Recht auf Bildung und somit auf Erkennen und Fördern der Talente!
Österreich ist das einzige
Land in der EU (Ausnahme Malta), in dem die Ausbildung von PädagogInnen für den
elementaren Bildungsbereich nicht auf tertiärem Niveau stattfindet.
Die besten PädagogInnen
für jedes Kind – von Anfang an - ist das Ziel. Die Anforderungen an
qualitätsvolle Bildungsarbeit können sich nur in einem kontinuierlichen,
wissenschaftsnahen Bildungsprozess der PädagogInnen wiederfinden.
In diversen
internationalen Studien, und einer nationalen Studie (KIWI-WU Wien, 2006), wird
bestätigt, dass sich jede Investition in elementare Bildungseinrichtungen um ein
Vielfaches -4x bis 7x- für die gesamte Gesellschaft lohnt. Mehr finanzielle
Aufwendungen für Bildung von 0Jahren an ermöglicht es, Präventionen zu setzen
und somit der Gesellschaft Folgekosten zu ersparen. Zum Beispiel: Gesundheit
Bildung fängt viel früher an
und hört nie auf
Danke für Ihre
Aufmerksamkeit.
2.
Teil:
Denn nach der Familie sind
die elementaren Bildungseinrichtungen DIE Möglichkeit, dass Kinder gute
Bildungschancen haben.
Das Recht des Kindes auf
Bildung besteht unabhängig von der Berufstätigkeit der Eltern.
Es ist nicht einzusehen,
warum das Gehalt von PädagogInnen mit dem Alter der Kinder wächst. Die Bewertung
der Arbeitsleistungen von PädagogInnen, die mit jungen Kindern arbeiten, ist
inadäquat und muss daher wegen der enormen Bedeutung dieser Basis-Bildungsarbeit
deutlich verbessert werden. Das hat sich bei der Bezahlung und den
Arbeitsbedingungen auszuwirken.
Kindergarten und
Volksschule müssen die Ressourcen zur Verfügung haben, die notwendig sind, um
jedes Kind bestmöglich bei seinem Bildungsweg zu unterstützen, zu fördern und zu
fordern. Um das zu ermöglichen, muss eine/ein Pädagogin/Pädagogen für weit
weniger Kinder zuständig sein. Die Kooperation zum Bildungs-Wohl der Kinder muss
hürdenfrei mit anderen Berufsgruppen ermöglicht werden. Die gemeinsame
Ausbildung aller PädagogInnen und die besten Bedingungen ermöglichen zeitgemäße
Qualität der Bildungsarbeit in einem kontinuierlichen Bildungsprozess
Kinder haben
Entwicklungsfenster, sind daher nach zeitgemäßen Erkenntnissen nicht mehr
hauptsächlich nach ihrem Alter einzuteilen. Daher entspricht die Schnittstelle
Kindergarten-Schule nicht mehr den Anforderungen.
Früheste mögliche
Förderung und Forderung von Talenten und Begabungen braucht zur Entfaltung Zeit
und Raum
Jedes Kind braucht, damit seine Entwicklung/Bildung gut gelingen kann, ZEIT für
sich und seinen Forschungsdrang, ZEIT um Beziehung aufzubauen und zu leben sowie
ZEIT von den Bezugspersonen.
Jedes Kind braucht RAUM zum Bewegen, zum Zurückziehen, zum Experimentieren, zum
Begreifen, etc.
Und deshalb brauchen wir
bessere Rahmenbedingungen!
Danke.
Neue Plattform „Zukunft
Bildung“
Die neue Plattform hat sich im Zuge des
Bildungsvolksbegehrens gegründet und wurde am Montag dem 23.Jänner 2012 der
Öffentlichkeit vorgestellt. Dieses überparteiliche Forum möchte Österreich zum
„Bildungsweltmeister“ machen und will seine Initiativen mit dem „Fundament“,
also mit der Elementarpädagogik starten. Raphaela Keller ist wieder aktiv als
Mitbegründerin dabei.
Diese Plattform ist auch auf großes Medieninteresse gestossen.
Einige Zeitungsartikel dazu unter folgenden Links:
http://www.iv-net.at/b2731/neue-plattform-zukunftbildung-will-oesterreich-zum-bildungsweltmeister-machen/
http://derstandard.at/1326503477037/Bildungsreform-notwendig-Neue-Bildungsplattform-fordert-Bundeskompetenz-im-Elementarbereich
http://diepresse.com/home/bildung/schule/726048/Kindergarten_Plattform-fordert-Bundeskompetenz?_vl_backlink=/home/bildung/index.do
Bildungsvolksbegehren
Der Österreichische Dachverband
der Berufsgruppen der Kindergarten- und HortpädagogInnen unterstützt das
Bildungsvolksbegehren.
Näheres darüber erfahren
Sie über den Link www.sitzenbleiben.at
Die 383.820 Unterschriften des
Bildungsvolksbegehren teilen sich prozentuell auf die Bundesländer folgend auf:
- Wien
8,77 %
- Burgenland
6,4 %
- Vorarlberg
6,0 %
- Salzburg
5,9 %
- Niederösterreich 5,9 %
- Kärnten
5,8 %
- Oberösterreich
5,6 %
- Steiermark
5,1 %
- Tirol
3,7 %
Volksbegehren wie geht es weiter ?
Ein Ausschuss zum
Bildungsvolksbegehren wird eingesetzt !!!
Am 19.01.2012 wurde das Bildungsvolksbegehren im
Nationalrat behandelt. Die Proponentinnen und Proponenten
des Volksbegehrens, allen
voran die Initiatoren Dr. Androsch und Prof. Schilcher, waren auf der Galerie
dabei und erlebten eine angeregte mehrstündige Debatte.
In einer ersten Runde waren die BildungssprecherInnen der Fraktionen am Wort,
die allesamt den InitiatorInnen des Bildungsvolksbegehren ihren Respekt
aussprachen und die Einsetzung eines „Besonderen Ausschusses“ zum
Bildungsvolksbegehren in Aussicht stellten. Dieser wurde dann am Ende der
Debatte auch einstimmig beschlossen und wird vorrausichtlich an sieben Halbtagen
bis Ende April 2012 tagen. Dieser nationale Schulterschluss wurde dankend von
den Anwesenden auf der Galerie zur Kentniss genommen.
Ausbildung: Freizeitpädagogik
· Das Unterrichtsministerium will
die Ganztagesschulen ausbauen und plant eine neue Ausbildung für
FreizeitpädagogInnen.
Diese sollen ausschließlich für die Freizeitgestaltung der Kinder eingestellt
werden.
Der ÖDKH steht dem kritisch gegenüber.
Näheres
lesen Sie bitte in der Stellungnahme nach.
Bildungsplan für die 5-6 Jährigen
Der Bildungsplan für
die 5-6 Jährigen Kinder stößt bei Kindergartenpädagoginnen auf Kritik.
Der ÖDKH hat dazu eine Stellungnahme verfasst, die auf Gefahren eines Extra
Modules für die 5-6 Jährigen Kindergartenkinder hinweist wie:
das letzte Kindergartenjahr könnte hinsichtlich der Förderung als wichtigstes
betrachtet werden und Kinder würden so einseitig unter der Perspektive des
zukünftigen Schulkindes gesehen.
Genaueres ist in
der Stellungnahme nachlesen.
|